Switch to english

BATWOMAN


Eine ehemalige Freundin schwärmte mir vor Jahren von den Comics vor. Eine Frau, die ganz anders ist als das Girly Batgirl: Eine starke lesbische Frau, die ohne Batmans Unterstützung die Unterwelt aufmischt. Klang schon cool, aber ich bin eher Marvel-Fangirl (wenngleich mein Supergirl-Cosplay jedes Mal ein Riesenerfolg war 😊) und nach Düsterem stand mir seinerzeit auch nicht so richtig der Sinn.
 

© The CW / DC Entertainment

 

Hintergründe (ohne Spoiler)

Batman/Bruce Wayne ist seit drei Jahren spurlos verschwunden. Seine Cousine Kat Kane (Ruby Rose) ahnt nichts von Bruce Waynes Geheimidentität. Sie wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen, obwohl sie die Beste ihres Jahrgangs war. Der Grund war ihre Weigerung, abzustreiten, dass sie ein lesbisches Verhältnis mit ihrer Kameradin Sophie Moore (Meagan Tandy) hatte. Dass Sophie diesen Mut nicht aufbrachte und ihre Liebe verleugnete, hat Kat fast an den Abgrund gebracht und sie verzehrt sich noch immer nach Sophie.

Kats Vater (Dougray Scott) hat in Gotham City ein Sicherheitsunternehmen – Die Crows – aufgebaut, das die Aufgaben der Polizei übernimmt und der grassierenden Gewalt ein Ende setzen soll. Dabei wird auch in Kauf genommen, dass die Bürgerrechte immer mehr eingeschränkt werden. Das Verhältnis zwischen Kat und ihrem Vater ist schwierig, vor allem seit einem schweren Unfall, durch den Kats Schwester Beth (Rachel Skarsten) ums Leben kam. Ihr Vater gibt Batman die Schuld daran, dass der Unfall tödlich für Beth ausging. Beide können nicht einmal ahnen, was für ein Grauen dieser Unfall wirklich auslöste – und wie es sie schon sehr bald und gnadenlos einholen wird.
 

© The CW / DC Entertainment

Als Cat ins Wayne-Building eindringt und dort auf Luke Fox (Camrus Johnson) trifft, den Sohn des ermordeten, genialen Bat-Equipment-Masterminds Lucius Fox, entdeckt sie den Zugang zur Batcave. Und sie erkennt nicht nur Bruce Waynes Geheimnis, sondern weiß es auch zu nutzen – gemeinsam mit Luke, der nach anfänglichem Zaudern ihren Weg zur BATWOMAN begleitet. Und Gotham hat viel zu lange auf eine Heldin wie sie gewartet – schon bald gelingt es ihr, aus den Fußstapfen ihres Onkels herauszutreten. Und sie entschließt sich auch, offen zu ihrer Homosexualität zu stehen und damit allen Mut zu machen, die sich nicht trauen, sich ihre queeren Gefühle einzugestehen, geschweige denn, diese zu offenbaren.
 

© The CW / DC Entertainment

 

Meine Meinung (ohne Spoiler)

Als ich erfuhr, dass BATWOMAN als TV-Serie verfilmt wird, war mein erstes Gefühl Skepsis. Mein Bild von Fernsehserien war noch von Zeiten geprägt, in denen um ein paar aufwendige Szenen und Effekte jede Menge banaler Füllstoff gewebt wurde. Und da ich im Sommer 2020, durch eine unvergleichlich wundervolle und aufregende Zeit mit der schönsten und faszinierendsten Frau der Welt, feststellte, dass ich mein kinky Herz doch das einer leidenschaftlichen Lesbierin ist, befürchtete ich zudem Fremdschämen angesichts des Umgangs mit diesem Thema.

Die Kritiken, die ich las, schien denn auch meine Vorbehalte zu bestätigen und mein Interesse begann gegen Null zu tendieren. Zum Glück siegte dann doch die Neugierde und ich wurde so süchtig, dass ich alle verfügbaren Folgen in zwei Nächten verschlang. Schnell wurde mir klar, dass die Leute, die Kritiken zu Superheld*innen-Serien verfassen, wohl Großteils eher verklemmte, konservativ-heteromäßig gestrickte Gesellen sind, die mit der Darstellung lesbischer Liebe und Erotik in diesem Kontext nicht wirklich etwas anfangen können. Vielleicht kommt sogar noch die Befürchtung dazu, dass vielleicht Spanner-Neigungen unterstellt werden, wenn Mann „so was“ geil findet😉
 

© The CW / DC Entertainment

 

Ich brauchte zugegebener Weise etwas, bis ich mit Ruby Rose in der Rolle der Kate Kane, die zu Batwoman wird, warm wurde. Sie wirkte erst etwas aufgesetzt burschikos auf mich (was unangenehme Erinnerungen an diverse Butch-Lesben, unter anderem auf Alpha Girls-Partys, in mir aufkommen ließ. Aber es gelang ihr sehr schnell, dennoch mein Herz zu erobern. Auch die Action war erst etwas holprig, aber dann fand die Serie sehr schnell einen wirklich grandiosen Style, der Action, Liebe, Sex und Drama großartig verbindet.

Gerade die Darstellung lesbischer Liebe mit allen Höhen und Tiefen – vor allem aber der Leidenschaft und Sinnlichkeit, wie sie für mein Empfinden wirklich nur zwischen Frauen möglich ist – hat mich durch und durch begeistert und umschifft wirklich grandios altbackene Klischees. Dazu die Aufarbeitung ihrer tragischen Geschichte, des Verlusts ihrer Schwester, des Schocks einer unfasslichen Erkenntnis und die daraus resultierenden extremen Gewissenskonflikte, all das hat mich völlig in seinen Bann geschlagen.
 

© The CW / DC Entertainment

 

Die Nähe der Figur der Antagonistin „Alice“ – die während des größten Teils der ersten Staffel ihr ganz eigenes dunkles Wunderland erschaffen will – zur legendären Harley Quinn, ist mehr als offensichtlich. Umso dankenswerter, dass es Autor*innen und Darstellerin gelingt, ihr mit der Zeit ein ganz eigenes Profil zu verschaffen und Zuschauer*in wirklich in eine Achterbahnfahrt aus Abscheu, Mitleid und oft auch Zuneigung geschleudert wird. Gerade auf diesem Gebiet erfindet sich die Serie immer wieder neu und stellt das meiste, was ich bisher sah, deutlich in den Schatten.

Mancher Kritiker empfand es als aufgesetzt, dass Kat am Ende jeder Folge einen Tagebucheintrag als „Brief an Bruce“ verfasst. Ich fand diesen Kunstgriff jedoch sehr gelungen, da Kat so Gelegenheit erhält, sich und Batmans Legacy zu reflektieren und dadurch erst wirklich ihren Weg zu finden. Und dass konservative, weiße Männer in der Serie „Männerhass“ sehen, zeigt auch wieder, wie sehr diese Klientel doch mit dem Klammerbeutel gepudert wurde 👎

 

No hate – LGBTIQ-Woman Power! 🌈💪

 

© The CW / DC Entertainment

Ich zähle BATWOMAN zu meinen absoluten Lieblingsserien und die erste Staffel war einfach viel zu schnell verschlungen. Leider stieg Ruby Rose (die für diese Rolle auch heftig angefeindet wurde) nach der ersten Staffel aus der Serie aus, was ich sehr bedaure, da sie mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Ich werde ihrer Nachfolgerin (die nicht die Kat Kane, aber eine neue BATWOMAN spielen wird), aber auf jeden Fall eine faire Chance geben – und der Trailer sieht auch sehr vielversprechend aus. Mittlerweile hat Ruby Rose wohl auch angekündigt, dass sie einer Rückkehr in die Serie offen gegenübersteht.

Caroline R.Ubber

 

PS: Dass die deutsche Wikipedia-Seite mit keinem Wort den lesbischen Hintergrund der Serie erwähnt, der eine zentrale Rolle einnimmt, ist einfach nur erbärmlich und zeigt nur zu deutlich, was für ein Muff noch immer in den Köpfen viel zu vieler herrscht, wenn es um LGBTIQ-Themen geht. Dafür gibt es verdient den dreifachen Kotzsmiley:

🤮 🤮 🤮

 

© The CW / DC Entertainment

 

Englischer Trailer:

Clip Preview Batwoman

Name (optional):

E-Mail (optional):

Dein Kommentar (keine HTML-Tags):

Meine Empfehlungen

Hier präsentiere ich Dir Links zu Web-Sites, die ich Dir sehr empfehle.

Fetish Kinky Clinic Prague

MyKINK

Dieser Blog...


Wieso ausgerechnet ich einen Blog über Leidenschaft, Sex und alles drum herum verfasse? Weil ich bis vor einigen Jahren selbst noch unfassbar ahnungslos war, mich am liebsten in Kuscheltraumwelten versetzte und ein süßes, doch unscheinbares sexuell fast völlig unerfahrenes Pflänzchen war.

» mehr


Suche


Überblick