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Touch of Pain

von Linda Mignani


Linda Mignani - Touch of Pain Teaser

Klappentext von „Touch of Pain“:

Richard reißt endgültig der Geduldsfaden, als seine Frau Carolina ihm erneut einen Orgasmus vorspielt. Schon lange ahnt er, dass in ihnen beiden versteckte Sehnsüchte schlummern. Kurzerhand lässt er sie in ein BDSM-Resort entführen, das auf besondere Fälle spezialisiert ist. Während er in die Geheimnisse von Dominanz, Gerte, Peitsche und Rohrstock eingeweiht und zum Master ausgebildet wird, lernt Carolina ihre wahre Natur kennen. Lustvoll durchlebt sie, wonach sie sich im Geheimen sehnt: erregender Schmerz und Demut, die sie bis an ihre Grenzen und zur vollkommenen Hingabe führen.

Wer ist der geheimnisvolle Master, der Carolina mit Lustqual verführt, als ihre Augen verbunden sind? Der mehr von ihr verlangt und bekommt, als sie es jemals für möglich gehalten hätte?

Hat Richard zu viel riskiert, um ihre Liebe zu retten?
 

Dieser Roman hat für mich einen besonderen Herzensplatz, weil es der erste BDSM-Roman war, den ich je gelesen habe. Als ich seinerzeit meine ersten Schritte in die SM- und Fetisch-Szene unternahm (online und real), sah ich mich natürlich auch nach inspirierender und anregender Literatur um – und ließ mich schließlich von Beschreibung und Leseprobe der ersten „Touch of“-Erzählung überzeugen. Viele Buchbeschreibungen erschienen mir einfach zu billig, sexistisch und lieblos platt, so gar nicht mein Stil.
 

Motiv: Alexandr Ivanov - Pixabay

So kam ich also zur Romantic-SM. Und die (auch sexuell weitgehend) unerfahrene Sub in Spe, Carolin, tauchte nur zu gern in diese prickelnd-intensive Welt der „Insel“ ein und wünschte sich so sehr, ähnliches einmal selbst zu erleben. Entführt und gezwungen werden, Ängste und Blockaden zu überwinden… von Edel-Doms, die erfahren, attraktiv, stilvoll, reif und einfühlsam sind und genau wissen, wie sie eine Submissive erwecken und führen können – eine Reise ins Paradies der Sinne.

Diese süß-romantischen Welten habe ich inzwischen lange hinter mir gelassen (jedenfalls im BDSM-Kontext) und schmunzle, wenn ich mir vor Augen halte, wie ich damals vor mich hinträumte. Andererseits inspiriert mich gerade das, vielleicht eines Tages für eine junge, unerfahrene Sub genau die einfühlsam-führende Dominatrix zu sein, die ich mir damals erträumte (wenngleich ich seinerzeit noch vollkommen auf Male-Doms fixiert war).
 

Motiv: Berzin - Pixaba

Die Story:

Die Ehe des jungen Paares Richard und Carolina (jaja… 😅) ist langweilig geworden, der Sex für Carolina im Grunde nur noch eine Pflichtveranstaltung. Als er merkt, dass sie ihm wieder einmal einen Orgasmus nur vorspielt, trifft Richard eine extreme Entscheidung, um ihre Leidenschaft endlich wirklich entflammen zu lassen – und geht dabei für beide ein ungeheures Risiko ein. Denn Richard ist sich seiner Dominanz bewusst geworden und überzeugt, dass seine Carolina im Grunde eine Submissive ist.

So lässt er Carolina gegen ihren Willen in das BDSM-Ressort entführen, dass sein befreundeter Chef unter dem Namen „Die Insel“ betreibt. Richard ist sich nur zu bewusst, dass er mit dieser Entscheidung alles verlieren kann, seine Frau und seine ganze Existenz. Aber für die Liebe ist er bereit, alles aufs Spiel zu setzen. Und so beginnt für Carolina ein Weg durch Abgründe und Erfahrungen, die sie sich nie hätte träumen lassen. So kämpft sie nicht nur gegen die Männer, die sie zur masochistischen Sex-Sklavin formen wollen, sie kämpft vor allem auch gegen ihre eigenen Ängste und Unsicherheiten.
 

Motiv: andreaaltini - Pixabay

Meine Meinung:

Der Anfang des Romans erinnert stark an den 30er Jahre Film-Klassiker „The most dangerous Game“ (deutscher Titel „Graf Zaroff – Genie des Bösen“), in dem ein wahnsinniger Großwildjäger auf seiner Insel Jagd auf Menschen macht. Dass zudem die entlegene, von Urwald umgebene und festungsartig gesicherte Ausbildungsstätte von Subs und Doms „Die Insel“ genannt wird, dürfte wohl ein weiterer Verweis auf Ernest B. Schoedsacks Filmwerk sein, das parallel zu den Dreharbeiten an seinem Über-Klassiker „King Kong und die weiße Frau“ entstand.

Man könnte daher beim Lesen der ersten Seiten befürchten, es hier mit einem Sexpolitation-Schundroman zu tun zu haben, in dem Frauen nichts als zu missbrauchende Körper sind… Aber in dieser Hinsicht ist die unglaublich sympathische Autorin Linda Mignani natürlich über jeden Zweifel erhaben und ich liebe den Twist der Szene noch heute.

Die Protagonistin Carolina (weder verwandt noch verschwägert 😅), die sich ihre Bedürfnisse zunächst nicht eingestehen will und sich stattdessen immer wieder in Witzeleien, Frotzeleien, Beleidigungen und Selbstverleugnung flüchtet, entwickelt sich im Laufe der Handlung zunächst zu dem, was man wohl als typische „Brat“ bezeichnen kann. Aber Linda Mignani ist zum Glück nicht die Autorin, die sich damit begnügt, ihre Charaktere in Schubladen zu packen. Mitzuerleben, wie sie, ihr Mann und auch die Herren der Insel sich im Laufe der Handlung entwickeln, in Frage stellen, offenbaren und finden, das ist ganz großes romanisches SM-Kopfkino. Dabei ist das ganze derart mitreißend und bildhaft geschildert, dass ich mich diesem herrlichen Trip kaum entziehen konnte – zumal völlig offen war, wie das alles letztlich ausgehen würde.
 

Motiv: innamikitas - Pixabay

Natürlich kann man ankreiden, dass alles etwas zu schön, edel und wundervoll ist und Manches dann doch etwas zu reibungslos über die Bühne geht, aber „Touch of Pain“ ist halt Romantic Erotic/BDSM und keine Dokumentation und funktioniert so meines Erachtens ganz wunderbar. Und falls ich eines Tages meinen eigenen Werdegang einmal als belletristisches Werk aufbereiten sollte, würden wohl auch viele bezweifeln, dass manches derart schön, einfach und spielerisch für mich war.

Es muss ja  –  auch im BDSM – nicht alles immer Drama sein. Dass es sich bei dieser Story im Grunde um einen übergriffigen Missbrauch durch ihren Mann und die Herren der Insel handelt, ist im Kontext der Story, so wie sie im Roman geschildert wird, aus meiner Sicht nicht verwerflich. Denn gerade solche Fantasien und Handlungen sind ein essenzieller Bestandteil vieler BDSM- Träume und auch intensiver realer Erlebnisse. Bedeutsam ist dabei vor allem das „wie“. Und dieses „wie“ wird von Linda Mignani auch auf psychologischer Ebene m.E. genau richtig geschildert.

Website von Linda Mignani:
Bittersüßes Verlangen

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Wieso ausgerechnet ich einen Blog über Leidenschaft, Sex und alles drum herum verfasse? Weil ich bis vor einigen Jahren selbst noch unfassbar ahnungslos war, mich am liebsten in Kuscheltraumwelten versetzte und ein süßes, doch unscheinbares sexuell fast völlig unerfahrenes Pflänzchen war.

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