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Meine Romantic SM-Buchtipps


Obwohl meine Bücherregale vollgestopft sind mit Belletristik und Sachliteratur, machen Erzählungen oder Ratgeber aus der Fetisch/SM-Welt dabei nur einen kleinen Teil aus. Meine größte Leidenschaft gehört beim Lesen klassischen Seefahrerabenteuern wie denen des Horatio Hornblower, Bolitho oder Kydd. Als ich mit etwa 10 Jahren die Nibelungen in einer alten, in Fraktur gesetzten, Ausgabe las, erwachte wohl meine Vorliebe für überlebensgroße Helden.

Wenn ich lese, will ich genießen und in die Welt des Buchs ganz und gar eintauchen, daher war ich auch nie eine Schnellleserin und picke mir ganz gezielt die Rosinen aus dem literarischen Kuchen. Fesseln können mich auch die wundervollen Romane eines Haruki Murakami, zu dem ich tatsächlich las, bevor er durch den grandiosen Marcel Reich-Ranicki im großen Stil gehypt wurde. Fetisch/SM-Literatur habe ich tatsächlich schon seit geraumer Zeit keine mehr gelesen, was wohl mit meiner ziemlich rasanten Entwicklung in der realen Szene zusammenhängt, die dafür sorgte, dass ich mir (vor der Covid-Pandemie) meine Kicks und Brainfucks lieber live auf entsprechenden Partys hole.

Da ich sehr erfahrene Fetischistin und SMerin bin und zudem sowohl die devot-masochistische wie auch die Sadistisch-Dominante Seite gelebt habe und lebe, müssen solche Romane für mich zum einen SM-technisch und psychologisch überzeugend sein und mich zum anderen durch einen spannenden Handlungsbogen fesseln. Eine gewisse literarische Schöpfungshöhe (zu der ich auch einen einfach nur angenehm flüssigen Schreibstil zähle) ist dabei essenzielle Grundbedingung, damit ich nicht nach einigen Seiten das Buch in den Verstaubungs-Kerker verbanne. Autoren, die sich mit einem Stakkato kurzer Sätzchen von einem harten Höhepunkt zum nächsten Hangeln, lese ich nicht.

Die Bücher, die ich in dieser Rubrik kurz vorstellen möchte, habe ich schon vor Jahren gelesen und sie sind mir in liebevoller Erinnerung geblieben. Bei einigen erinnere ich mich aus dem Stehgreif nicht mehr an jedes Detail, empfinde aber alle als sehr lesenswert und zum Teil auch inspirierend. Interessant dabei ist, dass ich manche noch in meiner Frühphase als devote Maso-Sub las und sie mich auf meinem Weg begleiteten und mich auch ein wenig führten.  Aus heutiger Sicht schmunzle ich darüber ein wenig, empfinde aber auch ein Gefühl wundervoller Wärme, wenn ich an diese Zeiten und meine fiebrig erregten Nächte zurückdenke, in denen ich diese intensiven Erzählungen verschlungen habe.

Eins haben diese Bücher gemeinsam: Alle wurden von Frauen verfasst und erzählen von Protagonistinnen, die sich durch ihren Weg zur Maso-Sub befreien und aufblühen. Das Ambiente ist dabei ähnlich: luxuriös. Wer nun an die unsäglichen „50 Shades of Grey“ denkt (ich habe die Bücher nie gelesen, nur den ersten Film gesehen. Reichte mir.), den kann ich beruhigen. Zwar haben auch hier die Doms (die, im Gegensatz zum Bübchen Grey, diesen Namen auch wirklich verdienen) definitiv keine Geldsorgen und einen ausgesprochen erlesen Geschmack, aber dennoch liegen Welten dazwischen. Diese Romane sind natürlich im Grunde romantische Träumereien, in denen man sich aber wirklich schön verlieren kann. Vor allem aber machen sie ins deutlich: SM und D/S, wenn sie wirklich gelebt und nicht nur aufgesetzt gespielt werden, sind alles andere als kalt, brutal, egoistisch und gefühllos.

Motiv: Alexandr Ivanov - Pixabay

Allerdings sollte niemand annehmen, dass es wohlhabende, fantasievoll führende Edel-Doms wie die in diesen Erzählungen geschilderten, auch tatsächlich gibt. Gerade dann wenn diese „Winnetous der SM“ dank ihrer Reife, Erfahrung und ihres Einfühlungsvermögens sich entscheiden, die Sub in spe „zu ihrem Glück zu zwingen“, löst das zwar sicherlich bei vielen (Frauen“ wohlige Schauer aus, ist aber in der Realität ganz klar ein ganz gefährlicher Bereich, der immer wieder zu Übergriffen und Missbrauch führt. Und wenn doch der eine oder andere existiert, dürfte es wohl fast ausgeschlossen sein, einen solchen auch wirklich zu finden.

Und natürlich spielen die meisten diese Dom/Sub-Fantasien nicht etwa in der ländlichen deutschen Provinz, sondern meist im (Pseudo)Traumland der unbegrenzten Möglichkeiten, den USA. Und auch die Autorinnen sind, ihren meist amerikanischen Pseudonymen zum Trotz, auch ausnahmslos in Deutschland beheimatet, wo sie ihre (m.E.) faszinierenden Edel-SM-Welten ersinnen.  Aber träumen darf frau ja noch – weshalb ich diese Rubrik auch als „Romantic SM“ bezeichne. Und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich damals vor Erregung brannte, etwas ähnliches, wie in den Büchern geschildert, selbst einmal zu erleben.

Motiv: Alexandr Ivanov - Pixabay

Würde ich selbst tatsächlich einmal die Muße finden, meinen eigenen Fetisch/SM-Roman zu verfassen (ein Treatment existiert bereits), hätte er stark autobiographische Züge, gepaart mit einigen meiner intensivsten Fantasien. Für Mainstream-SM-Leser wäre das dann aber wohl definitiv eine Welt, in die sie mir nicht folgen würden – denn Geborgenheit, Romantik und luxuriöse Anwesen würden darin nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

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